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Leitbild der katholischen Kirchengemeinden in Altena

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Gemeinsam an der Zukunft
bauen
-- unter dieser Überschrift
stand der fast zweijährige Prozess, in dem die katholischen Gemeinden in
Altena ihr Leitbild entwickelt haben. Die Frage nach der
Zukunftsfähigkeit unserer Pfarreien und nach den Bedingungen, unter denen
wir in den kommenden Jahren als katholische Gemeinden leben und arbeiten
werden, hat uns zu einer gründlichen Reflexion unseres Handelns und zu
einer Klärung über Ziele und Schwerpunkte unserer Arbeit geführt. Dabei
haben nicht nur die Gremien wie Pfarrgemeinderäte, Kirchenvorstände und
das Pastoralteam mitgewirkt. Durch eine breit angelegte öffentliche
Umfrage, einen Werkstatt-Tag und zahlreiche Arbeitsgruppen wurden neben
den Gruppen und Vereinen auch viele einbezogen, die ohne feste
Verantwortlichkeit den Weg der katholischen Kirche in Alte verfolgen und
mitgestalten wollen. |
Viele haben mitgearbeitet
Dank allen, die für die
Entwicklung dieses Leitbildes Zeit und Kraft investiert haben! Ein
besonderes Wort des Ankes verdienen Frau Marianne Philippi, die als
Pastoralreferentin das Projekt maßgeblich geleitet hat, die Mitglieder
der Steuerungsgruppe sowie Frau Annelie Bloch und Herr Winfried Quint vom
Referat Gemeindeberatung im Seelsorgeamt des Bistums Essen. |
Der Weg bleibt spannend
Mit der Vorstellung des gemeinsamen
Leitbildes der katholischen Kirchengemeinden in Altena ist der Prozess
nicht abgeschlossen. Im Gegenteil: Wir stellen uns neuen Aufgaben und
entwickeln Bewährtes weiter: wir erkennen unsere Stärken und Schwächen;
wir lassen uns messen an dem, was wir formuliert haben. Der Weg der Kirche
in Altena bleibt spannend, weil wir nicht wissen, wie und wohin Gottes
Geist uns führt. Aber wir vertrauen dem, der gesagt hat, dass er bei uns
bleibt, und der unser Weg ist - Jesus Christus, der sagt: "Die
Wahrheit wird euch frei machen" (Joh 8, 32).

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Präambel
Die katholischen Pfarrgemeinden St. Matthäus, St. Thomas Morus und St. Paulus in Altena haben ein Leitbild. Es ist für zunächst zehn Jahre Richtlinie der Gemeindearbeit und gemeindlicher Entscheidungen. |
Grundlage ist das Evangelium
Grundlagen für dieses Leitbild sind das Evangelium Jesu Christi und unser christlicher Glaube. Aus diesem Glauben leben und handeln wir. Mittelpunkt unseres gemeindlichen Lebens ist der Gottesdienst, vor allem die Feier der Eucharistie. Wir feiern die
Verbundenheit mit Gott und untereinander und schöpfen daraus Kraft für die Bewältigung der Aufgaben und Herausforderungen, vor die der Alltag uns stellt. |
Wir sind eine Weggemeinschaft
Die Erfahrung der Gemeinschaft reicht über den Gottesdienst hinaus und wird auch im täglichen Leben spürbar. Als katholische Gemeinden in Altena sind wir eine Weggemeinschaft, die offen ist für alle Interessierten. Wir laden ein, sich gemeinsam auf den Weg zu
machen, miteinander unterwegs zu sein und die Nähe Gottes zu erfahren. Jesus Christus ist unser Wegbegleiter; er ist der Weg, den wir gehen wollen. Auf diesem gemeinsamen Weg beschäftigen uns die Fragen und Erfahrungen der Menschen und ihr Glaube.
Jede und jeder wird bei uns in seiner Einzigartigkeit und persönlichen Lebenssituationen angenommen. Wir ermutigen Menschen, ihr Leben aus dem Glauben zu gestalten. Unser Weg wird Höhen und Tiefen, Gabelungen und Umwege haben. Mit Mut und
Zuversicht wollen wir diesen Weg gemeinsamen suchen und gestalten. Hauptberufliche und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeinden sind dabei einander Partner. |
Wir sind bei den Menschen
Besondere Ereignisse und Wendepunkte im Leben wie Geburt und Erwachsenwerden, Heirat und Jubiläen, Krankheit, Sterben und Tod begleiten wir in liturgischen Feiern und mit menschlicher Zuwendung. Die Nächstenliebe verpflichtet uns, Rat und Hilfe anzubieten.
Deshalb leisten wir persönliche Seelsorge und konkrete Lebenshilfe, sorgen uns um junge und alte Menschen, Menschen in Not, Kranke und Behinderte; deshalb sind wir Träger von Kindergärten, Krankenhaus, Pflegeheim und Friedhöfen. |
Zukunft gestalten
Das Leitbild dient dem Zusammenwachsen der Gemeinden, die in ihrer Lebendigkeit und Vielfalt Lebensräume sein wollen. Mit allen, die ein Stück unseres Weges mitgehen, bauen wir gemeinsam an der Zukunft unserer Kirche und unserer Stadt. |
Wir gestalten Gemeinde als LebensraumIn unseren Gemeinden herrscht ein Klima gegenseitiger Wertschätzung und des offenen Gespräches. Alle Gemeindemitglieder sind gleichwertig.
Die Vereine und Gruppierungen, deren Wert die Gemeinden anerkennen und fördern, übernehmen mit ihren Angeboten und ihren eigenen Konzepten Verantwortung für die Gestaltung des Gemeindelebens. |
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Menschen ermutigen, ihr
Leben aus dem Glauben zu gestalten, |
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den individuellen
Fähigkeiten der Einzelnen Raum geben, |
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Gemeindemitglieder
ermutigen, Neues auszuprobieren und Verantwortung zu übernehmen, |
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Veranstaltungen und
Freizeitangebote für Menschen in allen Altersgruppen und unterschiedlichen
Lebenssituationen durchführen, |
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die Kommunikation und
Kooperation in den Gruppen fördern, |
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die Präsentation der
einzelnen Gruppen in der Öffentlichkeit unterstützen. |
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Umsetzung
In unseren Gemeinden bestehen Frauengruppen, Krabbelgruppen, Familienkreise, Kinder- und Jugendgruppen, Seniorenkreise, die Caritasgruppe, Chorgemeinschaften und die Kolpingfamilie
Regelmäßig laden wir ein zu offenen Angeboten wie Gemeindefrühstück, religiöse Gespräche, Klöntreff, Nachmittagskaffee, Grillabende.
Wir feiern Feste.
Wir beteiligen uns an Initiativen und Veranstaltungen in der Stadt Altena. |
Wir feiern unseren Glauben
Die Feier der Eucharistie ist Mittelpunkt des gemeindlichen Lebens, der Ort besonderer Gottesbegegnung und Gemeinschaftserfahrung.
Durch Mitwirkung bei der Vorbereitung und Gestaltung der Gottesdienste bringen die Gemeindemitglieder ihre Glaubensüberzeugung zum Ausdruck.
Die Vielfalt der Gottesdienstformen ermöglicht es, aktuelle Themen und lebendige Gestaltungselemente aufzunehmen. |
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regelmäßig
Gottesdienst feiern, |
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Gottesdienste in
unterschiedlichen Formen gestalten, |
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interessierten
Gemeindemitgliedern die Möglichkeit geben, sich an der Gottesdienstgestaltung zu
beteiligen, |
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in den Gottesdiensten
aktuelle Fragen aufgreifen, |
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moderne
Gottesdienstgestaltung ermöglichen und traditionelle Formen erhalten. |
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Umsetzung
Die Vielfalt unserer Gemeinden spiegelt sich in den gottesdienstlichen Feiern wider: Messfeiern, Andachten, Stundengebeten, Kommunionfeiern, Meditationen.
Die Gestaltungsformen reichen vom Familiengottesdienst mit Kinderkatechese über Jugendgottesdienste mit "Neuen Geistlichen Liedern" bis hin zum Lateinischen Hochamt. Außer den Geistlichen wirken dabei die Gottesdienstleiterinnen und
-leiter, der Liturgieausschuss, der Kindergottesdienstkreis, Chöre, Jugendchor und Band mit.
Am Ende des Sonntagsgottesdienstes besteht für jedes Gemeindemitglied die Möglichkeit, kurz Mitteilungen oder Ansagen zu machen.
Ökumenische Gottesdienste haben für uns einen hohen Stellenwert. |
Wir übernehmen Verantwortung
Wir leben als Christen in der Stadt Altena. Unser Leben und Handeln als Gemeinden ist eingebunden in die soziale, politische, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung der Stadt. Die Verpflichtung, soziale Verantwortung zu übernehmen, erwächst aus unserem
Glauben. Dies wird durch den Einsatz ehrenamtlicher und hauptberuflicher Mitarbeiter deutlich. Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen und Lebensformen - Eheleute und Familien, Alleinstehende, Alleinerziehende, Geschiedene, die wieder
geheiratet haben, gleichgeschlechtliche Partner.... - sind bei uns willkommen und arbeiten in unseren Gemeinden mit.
Für gesellschaftlich relevante Themen und Fragen schaffen wir Gesprächsräume und suchen dabei den Dialog und die Zusammenarbeit mit Menschen anderer Konfessionen und Religionen. Es ist für uns eine Frage der Glaubwürdigkeit, dass die
christlichen Kirchen das Evangelium gemeinsam bezeugen. |
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das Leben in Altena
bereichern und verändern, |
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uns besonders den
Menschen zuwenden, die von Armut und Arbeitslosigkeit betroffen sind, |
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Behinderten Raum geben, |
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Kranken zur Seite
stehen, |
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benachteiligte Menschen
und solche, die mit Vorurteilen leben müssen, unterstützen und ihnen Geborgenheit
bieten, |
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uns aktuellen Fragen zu
Familie und Partnerschaft stellen. |
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Umsetzung
Unsere gesellschaftspolitischen Interessen vertreten wir gegenüber der Stadt Altena gemeinsam mit den anderen christlichen Kirchen.
Zu aktuellen gesellschaftlichen und kirchenpolitischen Fragen wie Schwangerschaftskonfliktberatung, Sterbehilfe, Selbsttötung, Gentechnik, neue Kommunikationsmittel, neue Formen gelebter Partnerschaft und Familie bieten wir Gesprächsabende an.
Die caritativen Einrichtungen stellen sicher, daß Menschen in Not geholfen werden kann.
Durch die gemeinsame Arbeit von Ehrenamtlichen und Hauptberuflichen in unseren drei Kindergärten, im Krankenhaus und im Pflegeheim tragen wir zur Lebensqualität in unserer Stadt bei.
Wir arbeiten in der ökumenischen Notfallseelsorge mit, um Menschen beizustehen, die von Unglücksfällen betroffen sind, und die Einsatzkräfte der Feuerwehr und Rettungsdienste stützen. |
Wir investieren in die ZukunftIn der Gruppe der Kinder und Jugendlichen sehen wir die Zukunft unserer Kirche. Deshalb fördern wir insbesondere die Arbeit mit ihnen und für sie.
Die Älteren unterstützen mit ihrer Lebens- und Glaubenserfahrung die Jüngeren.
Wir geben Kindern und Jugendlichen die Chance, sich mit dem christlichen Glauben auseinander zu setzen und vertraut zu machen. |
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Kinder- und Jugendarbeit
von den Kindern und Jugendlichen selbständig gestalten und bestimmen lassen. |
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Kindern und Jugendlichen
helfen und sie unterstützen, |
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Kindern und Jugendlichen
Gruppen bieten, |
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Kindern und Jugendliche
in der Gemeinde mitentscheiden lassen, |
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Kinder und Jugendliche
in die Gottesdienste einbeziehen. |
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Umsetzung
Die drei Pfeiler der Jugendarbeit sind bei uns:
verbandliche Jugendarbeit der KJG, offene Angebote und die Sommerfreizeit.
In den Kinder- und Jugendgruppen der KJG übernehmen Jugendliche und junge Erwachsene Verantwortung.
Der Kinder-PGR entscheidet mit über Belange der Kinder und Angebote für diese Altersgruppe.
Durch Jugendräume und ein personelles Angebot (Jugendpflegerin, Ehrenamtliche) geben wir Jugendlichen die Möglichkeit, ihre eigenen Interessen zu verwirklichen.
In Ora-et-labora-Wochen, Kinderbibeltagen, Jugendkreuzwegen, Früh- und Spätschichten bieten wir jungen Menschen Raum für spirituelle Erfahrungen und die Reflexion ihres eigenen Lebens auf der Basis des katholischen Glaubens.
Verantwortliche aus der Gemeinde stehen im Kontakt mit den Schulen. |
Wir leben in einer weltweiten Kirche
Als katholische Gemeinden sind wir Teil einer weltumfassenden Glaubensgemeinschaft.
In einer geschwisterlichen Kirche tauschen wir unsere Erfahrungen mit Christen in anderen Ländern aus.
Wir üben weltweite Solidarität und engagieren uns für die Eine-Welt-Arbeit. |
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Glaubenszeugnisse der
Christen in anderen Ländern erfahren, |
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Projekte für weltweite
Gerechtigkeit und Frieden unterstützen. |
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Umsetzung
Durch Solidaritätsessen, Straßenaktionen und Informationsveranstaltungen unterstützen wir die kirchlichen Hilfswerke Misereor, Adveniat, Missio und das Kindermissionswerk (Sternsingeraktion).
Wir sind Mitglied der Kampagne Erlassjahr 2000 und unterstützen Pater Wolfgang Schmidt SJ in seiner Arbeit für Straßenkinder in Mbare, Zimbabwe, sowie Leprakrake in Indien.
Mit dem Eine-Welt-Laden und der Ancuabe-Gruppe in Altena arbeiten wir zusammen.
Eine langjährige Partnerschaft und Freundschaft verbindet uns mit der Gemeinde St. Exupère-en-Bessin in der Normandie.
Dieses Leitbild wurde am 20. August 2000 in einer gemeinsamen Pfarrveranstaltung einstimmig beschlossen.
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